Marktbereinigung in der EU: Ihre Chance als lizenzierter Crypto-Dienstleister
Jul2026

Marktbereinigung in der EU: Ihre Chance als lizenzierter Crypto-Dienstleister

08 July 2026

Malta ist ein hochattraktiver CASP-Standort

Mit dem Ende der Übergangsphase am 1. Juli 2026 dürfen Crypto-Dienstleistungen innerhalb der Europäischen Union nur noch durch MiCAR-konforme „Crypto Asset Service Providers“ (CASP), die eine EU-Zulassung vorweisen können, erbracht werden (sehen sie dazu auch unseren Artikel).

1. Marktchancen und veränderte Wettbewerbslandschaft

Nach Angaben der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde haben von zuvor über 1.200 national registrierten Crypto-Anbietern bislang nur 284 (rund 23%, Stand; 03.07.2026) eine vollständige CASP-Lizenz erhalten. Wer keine CASP-Lizenz aufweisen kann, darf ab 1. Juli 2026 keine Crypto-Dienstleistungen mehr an EU-Kunden erbringen. Darunter befindet sich als einer der größten Akteure auch der Anbieter „Binance“, der derzeit ohne Lizenz dasteht und den Betrieb für EU-Kunden in wichtigen Märkten (wie Frankreich, Polen, Italien, Spanien) einstellen musste. Insgesamt entsteht dadurch eine erhebliche Marktlücke, denn nicht lizenzierte Plattformen müssen ihre Kunden aktiv auffordern, Guthaben abzuziehen. Lizenzierte CASPs hingegen können diese abwandernden Kundenströme direkt auffangen.

2. Regulatorische Härte und Risiken im Verfahren

Ein bloßer Lizenzantrag (wie Binance derzeit in Frankreich) schützt nicht vor dem sofortigen Marktausschluss, denn ohne finale Zulassung zum Stichtag ist kein Weiterbetrieb erlaubt.

Die im Dezember 2024 in Kraft getretene „Markets in Crypto-Asstes Regulations“ (MiCAR) schaffen einen EU-weiten Rechtsrahmen für Crypto-Dienstleister. Der Status als CASP ist danach „passportierungsfähig“; mithin dürfen Anbieter mit CASP-Lizenz in allen 27 EU-Staaten sowie im gesamten europäischen Wirtschaftsraum (EEA) tätig sein. Wie bei Banken- oder Wertpapierdienstleistungs-Lizenzen gilt: Wer eine CASP-Lizenz in einem EU-Land erhalten hat, kann sie europaweit nutzen. Wurde die Lizenz verweigert oder widerrufen, schließen sich die Türen zum Kontinent überall. Die Behörden prüfen dabei streng und unabhängig von der Unternehmensgröße, so dass selbst Branchenriesen scheitern können.

3. Erfolgsfaktoren für Lizenzanwärter

In einem sich wandelnden Markt wird die Regulierung des EU-Passporting für Crypto Assests Service Providers zum zentralen Qualitätsmerkmal in Bezug auf Kunden und Investoren. Die Wahl des passenden Unternehmenssitzes ist mithin ein wichtiger Erfolgsfaktor für Bestandsunternehmen und Gründer. Malta bietet sich hierfür aus mehreren Gründen an:

·         Die Lizenzanträge können problemlos in englischer Sprache gestellt werden; sie können damit leicht international verständlich aufbereitet werden.

·         Der Standort und die Behörde MFSA sind crypto-erfahren und wirtschaftsfreundlich.

·         Malta ist international hervorragend erreichbar; der Malta International Airport (MIA) konnte im Mai 2026 über 1 Million Passagiere begrüßen. Dabei sind die Top 5 Märkte United Kingdom, Italien, Polen, Deutschland und Frankreich.

 

4. Bereits in Malta ansässige CASPs

Malta beherbergt derzeit rund 35 bis 40 beaufsichtigte Krypto-Unternehmen (Virtual Asset Entities), darunter zahlreiche kleinere B2B-Firmen, Broker oder Vermögensverwalter. Zu den führenden kundenorientierten Marken sowie namhaften institutionellen Krypto-Unternehmen, die von Malta aus operieren, zählen insbesondere: OKX (das Malta als seine zentrale europäische operative Basis nutzt), Crypto.com, Gemini, Gate.io, Blockchain.com, Bitpanda, FalconX, Xcoins und Bequant. Viele dieser globalen Marken nutzen für das Halten ihrer jeweiligen Lizenzen eigenständige maltesische Tochtergesellschaften mit eigenständischen Gesellschaftsnamen.